Titelbild: © Privatarchiv Familie Paul02.10.2020

Bis heute kamen rund 2,4 Millionen Russlanddeutsche nach Deutschland, der größte Teil seit den 1990er Jahren. Sie haben sich mit-vereinigt in das, was Deutschland heute ist und ausmacht. Und an dieser extrem vielseitigen Gruppe kann man viel übers Deutschsein lernen. Zum Beispiel:

Warum man Deutscher sein kann, aber irgendwie auch Russe oder zumindest ein Kind der Sowjetunion.
Warum man Deutscher sein kann, der in Russland lebt und kein Deutsch spricht.
Warum man Deutscher sein kann und gleichzeitig Migrant, der nach Deutschland kommt.

Das Dossier dekonstruiert essentialistische Konzepte vom (Russland-)Deutschsein. Bis Mitte 2021 erzählen darin WissenschaftlerInnen, JournalistInnen, Studierende und ZeitzeugInnen in ganz unterschiedlichen Formaten Geschichten vom (Russland-)Deutschsein. Auf Deutsch und auf Russisch.

Russlanddeutsches Diarama ist ein Projekt von dekoder und dem Nordost-Institut / Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa in Lüneburg (IKGN e. V.).
Es ist entstanden in Zusammenarbeit mit einem Lehrprojekt an der Universität Hamburg (UHH) unter Leitung von Monica Rüthers und Mandy Ganske-Zapf, gefördert vom Lehrlabor des Universitätskollegs der UHH.

Das Dossier wird gefördert von:

Projektleitung und Chefredaktion: Tamina Kutscher

Wissenschaftliche Beratung: Dmytro Myeshkov und Victor Dönninghaus, IKGN; Monica Rüthers und Mandy Ganske-Zapf, Universität Hamburg

Programmierung und Design: Daniel Marcus

Entwicklung und Koordination dekoder-lab: Leonid Klimov

Deutsche Übersetzungsredaktion: Friederike Meltendorf

Russische Übersetzungsredaktion: Lena Steinmetz, Dmitry Kartsev

Schlussredaktion: Natalia Kazimirchik (russ.), Friederike Meltendorf, Jakob Reuster, Alena Schwarz (dt.)

Content Management: Jakob Reuster, Alena Schwarz

dekoder.org

dekoder – Russland entschlüsseln ist ein Online-Magazin und bietet Medien und Kompetenz zum Thema Russland. Seit November 2019 entschlüsselt dekoder.org/ru außerdem Deutschland und Europa für das russische Publikum. Für das innovative Konzept und die redaktionelle Arbeit wurde dekoder mit dem Grimme Online Award 2016 ausgezeichnet. dekoder ist mit den Zielen Völkerverständigung und Bildung als gemeinnützig anerkannt und und wird von der Dekoder-gGmbH (Hamburg) getragen.

IKGN

Das Nordost-Institut / Institut für Kultur und Geschichte der Deutschen in Nordosteuropa (IKGN e. V.) nahm im Jahr 2002 seine Arbeit auf. Seine Gründung war Teil der Umsetzung der „Konzeption zur Erforschung und Präsentation deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa“, die von der Bundesregierung im September 2000 beschlossen wurde. Das Institut wird aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) institutionell gefördert, einzelne Projekte werden durch Drittmittel finanziert. 

Als Forschungseinrichtung arbeitet das Nordost-Institut auf der Grundlage eines Kooperationsvertrages (An-Institut) vor allem mit der Universität Hamburg, aber auch mit anderen Hochschulen zusammen. Das Institut führt Forschungsprojekte und Tagungen durch, initiiert und betreut wissenschaftliche Publikationen und gibt jährlich das Nordost-Archiv. Zeitschrift für Regionalgeschichte sowie die Publikationsreihe Veröffentlichungen des Nordost-Instituts heraus. Die Nordost-Bibliothek stellt als Spezialsammlung wissenschaftliche Literatur zur nordosteuropäischen Geschichte und Gegenwart zur Verfügung.

Die regionalen Schwerpunkte der Forschung bilden die historischen preußischen Provinzen (Ost- und Westpreußen, Pommern, Posen) sowie Polen, Estland, Lettland und Litauen, schließlich Russland, die Sowjetunion und ihre Nachfolgestaaten. 

Universität Hamburg

Das innovative Lehrprojekt Vom Manuskript zum shareable content – Wissenstransfer im digitalen Zeitalter vermittelte Studierenden in zwei Projektseminaren von Oktober 2019 bis März 2020 digitale Kompetenzen an der Schnittstelle von Wissenschaft und Journalismus. Das Lehrprojekt, gefördert vom Lehrlabor im Universitätskolleg der Universität Hamburg (UHH), ist am Fachbereich Geschichte unter Leitung von Prof. Dr. Monica Rüthers angesiedelt und richtet sich an Studierende der Osteuropastudien, der Geschichte sowie der Slawistik und wird von Mandy Ganske-Zapf als wissenschaftliche Mitarbeiterin begleitet. Unter dem Titel Visualizing Memories 2.0 beschäftigten sich die Studierenden zum einen mit russlanddeutscher Geschichte. Zum anderen haben die Studierenden im Seminar Perestroika und Mauerfall als shareable content mediale Formate zum Truppenabzug der früheren Sowjetarmee aus Ostdeutschland sowie zum 9. November 1989 erarbeitet. Im Qualitätspakt Lehre hat sich die Universität Hamburg der Weiterentwicklung von Studium und Lehre in besonderer Weise verschrieben, seit 2019 ist sie Exzellenzuniversität.

Von ihren Erfahrungen haben die Studierenden in einem Blog berichtet.